Ambivalenz der Macht

Sept. 02 2010

Ein Wunsch an Thilo Sarrazin und die Wissenschaft

Die Debatte um das Buch von Thilo Sarrazin hat mir neben all den heiß und kontrovers diskutierten Aspekten vor allem eines gezeigt: Wissenschaft muss anschlussfähiger werden. Damit meine ich: Gegenwärtig trägt die Art der Faktenpräsentation, wie sie von unterschiedlichen Gesprächspartnern bzw. in diesem Fall -gegnern praktiziert wurde, nicht zu einer lösungsorientierten Debatte bei.

Sarrazin selbst ist das beste Beispiel: Wenn er beginnt, sein Gegenüber mit Zahlen argumentativ zu - ich muss in diesem Fall sagen - befeuern, hört die konstruktive Auseinandersetzung eigentlich schon auf. Derart viele Zahlen nur auf der Tonspur serviert zu bekommen, erschöpft. Das mag gewollt sein - aber es führt bestenfalls zu einem sehr kurzfristigen Sieg.

Meine Idealvorstellung ist: Das Buch liegt auch digital vor (tut es ja ohnehin schon). Es hat wie in einer Website Links zu den Forschungsergebnissen, auf die er sich bezieht. Diese und die Diskussion ihrer selbst ist transparent einsehbar und vor allem so attraktiv gestaltet, dass man

  1. Lust hat, sich mit diesen Themen zu befassen (-> Informationsgrafiker dieser Welt, hier schlummert eine echte Mission und Chance),
  2. sich schnell und fundiert eine Meinung bilden kann und
  3. wenn man möchte, diese Erkenntnisse um eigene Beispiele pro oder contra erweitern kann.

Das würde uns als Gesellschaft helfen, mehr als hitzige Debatten in Talkshows. Beim wichtigen Thema Integration wie auch beim Thema Finanzmarktpolitik oder Familienpolitik oder Atomausstieg etc. pp. Die Themen werden uns nicht ausgehen- hoffentlich nicht die Zeit, sie konstruktiv zu lösen, bevor sie uns richtig Probleme bereiten.

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