Die emotionalen Hürden des Social Web
Gestern moderierte ich einen Open Space mit einem recht diversen Teilnehmer/innenkreis und bekam von zweien mit Workshops etc. unerfahrerenen Teilnehmern das Feedback: Das ist sehr anstrengend, ich fühle mich unwohl. Immerzu muss man sich ausdrücken und passende Begriffe finden, sie auch noch auf Post It‘s schreiben und dann hängen sie da, sichtbar für alle.
So betrachtet ist so ein Open Space ja quasi Social Web in analog. Und das führte mir klar vor Augen, dass der Erfolg von Social Web Tools nicht nur über Usability im Sinne von “Wie schnell kapiere ich, welche Knöpfe ich drücken muss?” entschieden wird? Dieser Erfolg hat neben dem Selbstvertrauen bzw. der Fehlertoleranz, seine ausgedrückten Gedanken anderen für Zuspruch, Ignorieren oder Kritik zur Verfügung zu stellen, viel mit Affinität zur Sprache zu tun.
Je nach Kultur kann das in die Empfehlung münden, bei der Einführung von Social Web Tools Schreibkurse ins Weiterbildungsprogramm zu integrieren - auch, wenn dies zunächst in einem Land wie dem unseren eigenartig erscheinen mag. Also auch ein sensibles Thema, wie man diese aufsetzt und benennt. Und diese Einsicht fordert die Bildungspolitik, vor allem, wenn man sich die Ergebnisse des Bundesbildungsberichts von 2010 vergegenwärtigt: http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~E9541BF871D394A34B714623BE7F725A8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(Quelle: Die emotionalen Hürden des Social Web)