Ein Experiment für die eigene Nase: Scrum
Ein Wunschprojekt von mir wird in Erfüllung gehen: Neun Studierende untersuchen mit Projektmanagement- und wissenschaftlicher Unterstützung das spannende Thema: “Politische Sprache und ihre Effekte auf junge Wähler/innen”.
Wir nutzen dabei “Scrum”, eine Projektmanagement-Methode, die ich in diesem Blog bereits vorgestellt habe: http://ambivalenz-der-macht.tumblr.com/post/1014173627/projektmanagement-f-r-ergebnisoffene-prozesse
Interessant für mich ist schon nach den ersten wenigen Schritten in diesem Projekt, wie meine nunmehr 14jährige Berufs- und Projektmanagement-Erfahrung fröhlich in Frage gestellt wird. Gewohnt, diejenige zu sein, die alles immer im Blick hat, vom Ende her mit Puffer plant, geübt die Balance im Team und zwischen Kunde und Agentur hält - alles Dinge, für die ich geschätzt wurde … plötzlich darf ich als sogenannter “Product Owner” zum Beispiel keinen Zeitplan mehr erstellen. Soll anderen überlassen, wie sie sich am besten selbst organisieren.
Theoretisch bin ich vom Prinzip Selbstorganisation absolut überzeugt, auch praktisch aus der Perspektive als Mitarbeiter/in in wechselnden Kontexten und auch da, wo ich so viel Führungsverantwortung hatte, dass ich inhaltlich nicht mehr im Detail mitreden konnte. Hier könnte ich aber mitreden, könnte - unter anderen Bedingungen - das Projekt auch alleine durchziehen. Habe es mir aber in vollem Bewusstsein gewissermaßen selbst verboten: Der Witz des Projektes ist ja unter anderem, dass junge Menschen andere junge Menschen erforschen.
Insofern wird das ein spannendes Experiment, bei dem ich mich fortwährend an die eigene Nase werde fassen müssen - und ich werde strahlende und nicht so glückliche Momente im Sinne der Befruchtung der Selbstorganisation gern in diesem Blog teilen.