Motivation und Ziele dieses Blogs
“Ambivalenz der Macht” – ein Buchtitel, auch ein Phänomen – das ich 2007 im Rahmen meiner Doktorarbeit eher zufällig formulierte. Es bezeichnet die Ambivalenz, vor der Führungskräfte stehen, wenn sie die ihnen zugewiesene Macht nutzen. Sie können dies „par ordre de mufti” tun oder in Form eines “partizipativen” Führungsstils, der die Expertise und Meinung der Mitarbeiter/innen einbezieht.
Seither habe ich oft über Führung diskutiert und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass es keinen per se idealen Führungsstil geben kann. Dies würde weder der Unterschiedlichkeit der Führungskräfte gerecht – und schon gar nicht den Situationen, in die sie geraten.
Zweieinhalb Jahre später versuche ich mit diesem Blog, die vielen Facetten dieses Phänomens zu fassen, miteinander in Beziehung zu setzen und vor allem zur Diskussion zu stellen. Es ist meines Erachtens ein wichtiges Phänomen, an dem möglichst viele mitdenken sollten. Im besten Fall können wir den eigenen Umgang mit Ambivalenz und Macht in unserem privaten und beruflichen Alltag besser reflektieren. Denn es betrifft nicht nur die Hierarchien in Unternehmen und öffentlichen Organisationen, nicht nur Wirtschaft und Politik. Sondern auch unsere Freund- und Partnerschaften und die Art, wie in Familien miteinander umgegangen wird. Das ist meines Erachtens die prägendste und oft unbewussteste Form des Umgangs mit Ambivalenz und Macht.
Mein Traum: Dass ich noch mehr Gesprächspartner finde, die sich vor dem Hintergrund ihrer eigenen Führungspraxis mit diesem Thema auseinander setzen wollen. Vielleicht sogar bereit sind für Interviews. Und so ein Buch entsteht, welches dieses so wichtige Thema in gut lesbarer Form einem größeren Publikum zugänglich macht.