Brauchen wir eine digitale APO?
Mein persönlicher Eindruck des heutigen Social Media Club zur Internet Enquete des Parlaments http://www.bundestag.de/internetenquete/ … so viel ernsthaftes, ambitioniertes Wollen von allen Seiten im Raum.
Gleichzeitig so viel Unzufriedenheit mit der langsamen parlamentarischen Reaktion auf das so viel schneller agierende Social Web … Tendenzen zu einer “digitalen APO” … Diskussion darüber, ob diese kleine anwesende Truppe und Gleichgesinnte überhaupt die Interessen der vielen, nicht erkennbar am Thema interessierten Mitbürger/innen repräsentieren wollen und können und dürfen … die Frage, ob die mangelnden Online-Reaktionen auf die Enquete-Ergebnisse bislang überhaupt Mut machen, sich der (digitalen) Diskussion zu öffnen … … die Notwendigkeit, Kompetenzen zu vermitteln: z.B. Scannen von Informationen statt zeilenbestimmtem Lesen, Tools für kollaboratives, digitales Arbeiten … – und viele Aspekte mehr.
Für mich bleibt: Gut, dass das Thema ein ernsthaftes parlamentarisches Forum erhält - weit offener und ambitionierter, als ich es vermutet hätte. Dennoch: Für meine Begriffe führen das politische System und das in ihm etablierte Vorgehen (Ausschüsse, Arbeitsgruppen, Öffnung nach Proporz etc. ) dazu, dass wirklich kollaboratives Arbeiten mit Freude an sinnstiftenden Ergebnissen quasi nicht möglich ist. Schade, denn wir brauchen partizipativ entwickelte Ideen mit einer höheren Chance auf breite Akzeptanz statt langatmig augehandelter Kompromisse.
Denn es ist nicht irgendeine Enquete-Kommission: Im Social Web steckt das Potenzial, politische Entscheidungsprozesse breiter und wirksamer zu gestalten. Es ist ein “Super-Tool”, das auch für die Gestaltung all der anderen drängenden Fragen genutzt werden kann. Insofern hat diese Enquete-Kommission eine Pionierfunktion.